Checkliste - Kinder bei Scheidung und Trennung

Kinder bei Scheidung und Trennung

Der folgende Artikel richtet sich an Eltern, die bei Scheidung und Trennung nach Orientierung und Anhaltspunkten suchen, Ihre Kinder bestmöglich zu unterstützen und zu verstehen (erstellt vom Autor nach KRABBE & WEBER: Kinder und Jugendliche im Konflikt der Eltern).

 

Überblick:

  • Die Belastung beginnt oft schon vor der eigentlichen Trennung (in der Ambivalenzphase der Eltern).
  • Kinder verstehen Konflikte, auch wenn diese nicht erklärt werden.
  • Sie entwickeln oft eigene Erklärungen und geben sich häufig selbst die Schuld.
  • Entscheidend für die Verarbeitung ist nicht die Trennung selbst, sondern wie die Eltern miteinander umgehen.

 

Typische Reaktionen nach Altersgruppen:

Altersgruppe Typische Wahrnehmung & Denkweise Häufige Gefühle & Reaktionen Wichtig für Unterstützung / Kernbedarf des Kindes
Vorschulkinder
(bis ca. 7 Jahre)
Können Konflikte noch nicht verstehen; denken sehr egozentrisch („Ich bin schuld“) Angst, Weinen, Bettnässen, Trennungsängste, Aggression, Rückzug Routinen, Körpernähe, einfache Erklärungen, beruhigende Botschaften: „Du bist nicht schuld“
Schulkinder
(8–14 Jahre)
Verstehen Beziehungen besser, versuchen Streit nachvollziehen Schuldgefühle, Traurigkeit, Kopf-/Bauchschmerzen, Leistungsabfall Gespräche wiederholen, Gefühle benennen, klare Regeln und Stabilität geben
Jugendliche
(14–18 Jahre)
Können mehrere Perspektiven erkennen; in Phase der Ablösung Rückzug, Leistungsabfall, Suche nach „Ersatzfamilie“ in Peergroup, „Erwachsen wirken“ Ernst nehmen, Mitentscheiden lassen, Privatsphäre + verlässliche Präsenz beider Eltern

 

Häufige Reaktionen & Unterstützungsmaßnahmen:

Emotionale Reaktion Beispiel Wichtige Unterstützung
Angst & Verunsicherung Angst verlassen zu werden, Angst vor Veränderungen Gespräche & Sicherheit durch Kontakt
Schuldgefühle „Ich hätte mich besser verhalten müssen“ Gespräche & Entlastung von Verantwortung
Aggression Wutanfälle, Unruhe, aggressives Verhalten Bewegung, klare Grenzen ohne Vorwurf, gemeinsame Aktivität
Rückzug Rückzug ins Alleinsein – Wirken manchmal „tapfer“, obwohl sie stark belastet sind Gespräche & emotionale Bestätigung
Körperliche Symptome Kopf- oder Bauchschmerzen, Schlaf- und Essprobleme Ermunterung zu Aktivitäten, Ablenkung
Hier finden Sie Anhaltspunkte, wie Sie und Ihr Kind mit körperlichen Schmerzen richtig umgehen können: http://www.schmerzgesellschaft.de/topnavi/patienteninformationen/nuetzliche-links-und-literatur/buchempfehlungen

 

Was Kindern am meisten hilft:

Wichtig Begründung
Verlässlicher Kontakt zu beiden Eltern Kinder sollen weiterhin beide Eltern lieben dürfen
Kooperation statt Streit Reduziert Loyalitätskonflikte
Ruhige, klare, wiederholte Erklärungen Kinder brauchen Orientierung und Sicherheit
Geduld & emotionale Präsenz Gefühle dürfen da sein und müssen nicht „weg“

 

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Falls Sie mehr über Mediation bei Trennung und Scheidung, beziehungsweise für Eltern mit Kindern erfahren wollen, weitere Artikel zum Thema können Sie hier in meinem Ratgeber lesen.

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