Mediation bei Hofübergabe

Wenn Hofübergabe, Erbe oder das Zusammenleben auf dem Hof zur Belastung werden: Mediation für Landwirtsfamilien in Oberbayern – auf Wunsch bei Ihnen auf dem Hof.

Hofübergabe: mehr als eine Rechtsfrage

Auf dem Papier ist der Hof schon übergeben, aber der Vater entscheidet weiter. Der Bruder spricht seit der Geburtstagsfeier nicht mehr mit uns. Die Schwiegertochter will nicht mehr mit auf dem Hof wohnen. Die Geschwister, die weggezogen sind, wollen auf einmal zurück und neben dem Elternhaus, dem Hof bauen. Solche Sätze höre ich in Gesprächen mit Landwirtsfamilien. Dahinter steckt selten nur eine Rechtsfrage. Meist geht es um Anerkennung, Zugehörigkeit, Sorge um die eigene Zukunft – und um Dinge, über die auf dem Hof lange nicht gesprochen wurde.

Eine Hofübergabe ist kein Stichtag, sondern ein Prozess von mehreren Jahren. Je früher alle Beteiligten – Übergeber, Übernehmer, Ehepartner und weichende Erben – miteinander reden, desto weniger muss später am Küchentisch, beim Notar oder vor Gericht geklärt werden.

Grafik: Hofübergabe als Generationenzyklus – die Phase „Miteinander reden und den Betrieb übergabefähig machen“ ist idealerweise Raum für eine Mediation; Modell nach V. Sander und D. Weber

Auf einen Blick

Für wen

Bauernfamilien vor, während und nach der Hofübergabe. Für Familienunternehmen gibt es eine eigene Seite: Mediation für Familienunternehmen und Nachfolge.

Wer sitzt am Tisch

Übergeber, Übernehmer, Ehe- und Lebenspartner, weichende Erben – und wenn gewünscht deren Berater.

Ablauf

Kostenlose Erstinfo, Einzel- und Vorgespräche, gemeinsame Sitzungen, schriftliche Vereinbarung.

Wo

Bei Ihnen auf dem Hof, in Bruckmühl, in München oder online – Termine nach Ihren Stallzeiten.

Kosten

Stundensatz nach Art der Mediation und Ihren Möglichkeiten; Erstinfo (30 Minuten) kostenlos.

Checkliste HofübergabeWelche Unterlagen, Meldungen und Versicherungen Sie rund um die Übergabe brauchen – zum Abhaken.
Zur Checkliste
Grafik: Hofübergabe planen in fünf Schritten – die 5-D-Methode mit Dream, Discover, Develop, Design und Deliver

Mein Angebot

Als Mediator begleite ich den Prozess. Ich strukturiere die Themen und das Verfahren und sorge dafür, dass alle Beteiligten auf Augenhöhe miteinander sprechen können – auch dort, wo es Reibung gibt. Meinungsverschiedenheiten und Verletzungen dürfen auf den Tisch. Als Mediator bin ich allparteilich: Alle relevanten Personen sind willkommen, niemand wird überstimmt. Die Entscheidungen treffen Sie.

Ich bin kein Rechtsanwalt und kein Betriebsberater. Dafür gibt es Notare, Steuerberater, Fachanwälte für Agrarrecht, die Beratung des Bauernverbands und der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Mediation bearbeitet das, was zwischen den Zuständigkeiten liegt: die Beziehungen, die unausgesprochenen Erwartungen, die Kränkungen. Danach greift die Fachberatung oft erst richtig. In der Mediation werden diese Informationen geteilt, gebündelt und gemeinsam darüber entschieden.

Meine Mediationsdienstleistungen für Hofübergaben

Konflikte lösen

Streit um Zeitpunkt, Hofführung, Erbe, Wohnen oder Pflege klären, ohne dass Beziehungen auf der Strecke bleiben.

Vision und Planung

Gemeinsam klären, wie der Hof in den nächsten Jahrzehnten aussehen soll – und wer dabei welche Rolle hat.

Rollen und Aufgaben

Entscheidungen, Verantwortung und Zuständigkeiten für Übergeber, Übernehmer und Partner ausdrücklich festlegen – gegen die „doppelte Chefschaft“.

Notar, Steuerberater, Fachanwalt, Bauernverband und AELF liefern Fakten; wir bringen sie ins Gespräch und nutzen sie für Ihre Lösung.

Passt Mediation zu Ihrer Situation?

Im kostenlosen Erstgespräch (30 Minuten, telefonisch, per Video oder vor Ort) klären wir es – vertraulich und unverbindlich.

Worum es in Hofübergaben typischerweise geht

Der richtige Zeitpunkt

Was für die einen zu früh ist, kommt den anderen zu spät. Dahinter stehen Sorgen, die man selten ausspricht.

Rollen nach der Übergabe

Wer entscheidet im Betrieb? Was machen die Übergeber ab dem Übergabetag – und wofür sind sie weiter zuständig?

Weichende Erben

Pflichtteil und Abfindung sind das eine; oft geht es um Zugehörigkeit, Transparenz und das Elternhaus. Wer nicht eingebunden ist, grollt oft jahrzehntelang.

Wohnen und Austrag/Altenteil

Wohnrecht, Nebenkosten, Mitbenutzung, Umbau. Und: wer wohnt wie nah beieinander.

Eingeheiratete und Partner:innen

Eigener Platz, eigene Familie, Versorgung der Kinder.

Weitere Themen: Pflege, neue Betriebszweige und Nebenerwerb, Flächen, Wald, Jagd und Fischerei sowie Zusammenleben und Nachbarschaft.

Warum Mediation für Ihre Hofübergabe?

Lieber erst schreiben?

Schildern Sie mir kurz Ihre Situation – ich melde mich persönlich bei Ihnen.

So läuft eine Mediation zur Hofübergabe ab

  1. Erstinfo (30 Minuten, kostenlos, telefonisch oder per Video): Wir klären Auftrag, Umfang, die Situation auf dem Hof, den Kreis der Beteiligten und Ihre Ziele.
  2. Vorgespräche: Auf Wunsch sprechen wir zuerst getrennt mit Übergebern, Übernehmern und weiteren Beteiligten. Jede Seite kann ihre größte Sorge aussprechen.
  3. Vereinbarung zur Mediation: Vertraulichkeit, Regeln und Verbindlichkeit für alle.
  4. Strukturierte Sitzungen: auf dem Hof, in Bruckmühl, in München oder online; Termine nach Stallzeiten. Wir arbeiten die Themen der Reihe nach ab und enden jede Sitzung mit umsetzbaren Schritten.
  5. Abschluss und Umsetzung: Eine schriftliche Vereinbarung hält fest, was Sie beschlossen haben. Notar, Steuerberater und Anwalt prüfen und formulieren, was rechtlich nötig ist.

Hofübergaben brauchen oft Zeit. Manche Familien arbeiten intensiv an einem Tag oder Wochenende, andere kommen einmal im Jahr und vertiefen ein Thema. Den Rhythmus bestimmen Sie.

“Dank der Mediation konnten wir Konflikte rund um den Hof ohne Spannungen lösen und einen Plan entwickeln, den alle unterstützen.”

M. & J., Familienlandwirte

“Die Mediation half uns, unsere Vision für den Hof abzustimmen und gleichzeitig die Anliegen aller zu respektieren.”

K. & L., Mehrgenerationenhof

“Wir haben den Prozess verlassen, fühlten uns gehört, zuversichtlich und gut auf die Zukunft unseres Hofes vorbereitet.”

A. & R., Landwirtsfamilie

“Die Mediation ermöglichte uns, schwierige Themen ruhig zu bearbeiten und Kontinuität sowie Harmonie zu sichern.”

F. & B., Hofübergabe-Kunden

Häufige Fragen zur Hofübergabe

Wann sollte die Planung der Hofübergabe beginnen?

Am besten drei bis fünf Jahre vorher mit den ersten Gesprächen, und mindestens ein bis zwei Jahre vor dem geplanten Übergabetermin mit der konkreten Planung. Je später die Übergabe, desto schwerer fällt sie – und desto weniger Spielraum bleibt. Welche Unterlagen Sie brauchen, zeigt die Checkliste Hofübergabe im Ratgeber.

Verstehen Sie etwas von Landwirtschaft?

Ich bin kein Landwirt und gebe keine Betriebsberatung, aber mir ist der ländliche Raum vertraut: Meine Großeltern lebten in Bruckmühl mit Jagd, Forstarbeit, Wirtshaus, Fischen und Jagdhunden. Im Nebenerwerb veredele ich alte Obstsorten und baue einen essbaren Waldgarten auf. Was es heißt, mit Tieren, Jahreszeiten, Wald und Boden zu leben und in Generationen zu denken, ist mir nicht fremd. Für die Fachfragen bleiben Ihre Berater zuständig. Die Erkenntnisse daraus bringen Sie in die Mediation ein und nutzen sie für die gemeinsame Lösung. Ich begleite das Gespräch.

Hand an einem veredelten Obstbaum-Setzling im Garten
Blühende Apfelbaumzweige im Waldgarten
Was ist Agrarmediation? Muss ich dafür zu einem Spezialisten für Landwirtschaft gehen?

Agrarmediation heißt Mediation in landwirtschaftlichen Familien und Betrieben, etwa bei Hofübergabe, Erbe, Pflege oder Zusammenleben auf dem Hof. Wichtig ist, dass der Mediator das Umfeld versteht und die Verfahrenskompetenz mitbringt. Das Fachwissen steuern Ihre Berater bei.

Was ist mit den Geschwistern, die den Hof nicht übernehmen?

Die weichenden Erben gehören an den Tisch. Es geht ihnen oft weniger um Geld als darum, einbezogen zu werden, die Regeln zu verstehen und mit dem Elternhaus verbunden zu bleiben. Wer ausgeschlossen wird, trägt das oft jahrzehntelang mit sich.

Mein Vater hat übergeben, entscheidet aber weiter – was tun?

Das ist einer der häufigsten Fälle: Auf dem Papier ist übergeben, im Alltag nicht. In der Mediation klären wir getrennt, was jede Seite befürchtet und braucht, und legen dann Rollen und Zuständigkeiten fest – zum Beispiel feste Besprechungszeiten und klare Entscheidungsbereiche.

Ersetzt die Mediation Notar, Steuerberater oder Anwalt?

Nein. Eine frühzeitige Beratung durch Fachanwälte für Agrarrecht, Notare und Steuerberater bleibt wichtig. Die Erkenntnisse daraus bringen wir in die Mediation und nutzen sie für die gemeinsame Lösung.

Wie werden Anwälte oder andere rechtliche Berater eingebunden?

Je nach Einzelfall mit einer rechtlichen Prüfung der Abschlussvereinbarung am Ende, in der zweiten Hälfte der Mediation oder von Beginn an. Welcher Weg passt, klären wir in der Erstinfo. Die drei Varianten im Einzelnen stehen auf der Seite Mediation für Familienunternehmen und Nachfolge.

Was kostet eine Mediation zur Hofübergabe?

Ich arbeite mit unterschiedlichen Stundensätzen, die sich nach der Art der Mediation und Ihren Möglichkeiten richten. Für eine klassische Mediation zur Hofübergabe berechne ich beispielsweise 150 € zzgl. 19% USt. pro Stunde. Wenn viele Teilnehmende dabei sind, ist es etwas mehr: 180 € zzgl. 19% USt. pro Stunde. Die Erstinfo ist kostenlos. Eine Beispielrechnung finden Sie im Ratgeber Was kostet eine Mediation?.

Wie lange dauert eine Mediation?

Meist mehrere Termine von ein bis zwei Stunden, auf Wunsch auch halb- und ganztägig oder als Wochenende; den Rhythmus bestimmen Sie.

Wo findet die Mediation statt?

Auf Wunsch bei Ihnen auf dem Hof oder in Bruckmühl (Am Bruckfeld 10), je nach Ihren Stallzeiten.

Hofübergabe gemeinsam meistern – mit Struktur, Klarheit und einem guten Rahmen

Starten Sie den Weg zu einer tragfähigen Übergabe: Arbeiten Sie als Familie alle Themen durch – mit professioneller, allparteilicher Unterstützung.

Ratgeber