Checkliste – Kinder bei Scheidung und Trennung

Kinder bei Scheidung und Trennung

Lesezeit ca. 2 MinutenMatthias Würtenberger, Mediator in München & Rosenheim

Der folgende Artikel richtet sich an Eltern, die bei Scheidung und Trennung nach Orientierung und Anhaltspunkten suchen, Ihre Kinder bestmöglich zu unterstützen und zu verstehen (erstellt vom Autor nach KRABBE & WEBER: Kinder und Jugendliche im Konflikt der Eltern).

Überblick

  • Die Belastung beginnt oft schon vor der eigentlichen Trennung (in der Ambivalenzphase der Eltern).
  • Kinder verstehen Konflikte, auch wenn diese nicht erklärt werden.
  • Sie entwickeln oft eigene Erklärungen und geben sich häufig selbst die Schuld.
  • Entscheidend für die Verarbeitung ist nicht die Trennung selbst, sondern wie die Eltern miteinander umgehen.

Inhaltsübersicht

Schatten einer Familie mit Kind am Strand

Typische Reaktionen nach Altersgruppen

AltersgruppeTypische Wahrnehmung & DenkweiseHäufige Gefühle & ReaktionenWichtig für Unterstützung / Kernbedarf des Kindes
Vorschulkinder
(bis ca. 7 Jahre)
Können Konflikte noch nicht verstehen; denken sehr egozentrisch („Ich bin schuld“)Angst, Weinen, Bettnässen, Trennungsängste, Aggression, RückzugRoutinen, Körpernähe, einfache Erklärungen, beruhigende Botschaften: „Du bist nicht schuld“
Schulkinder
(8–14 Jahre)
Verstehen Beziehungen besser, versuchen Streit nachvollziehenSchuldgefühle, Traurigkeit, Kopf-/Bauchschmerzen, LeistungsabfallGespräche wiederholen, Gefühle benennen, klare Regeln und Stabilität geben
Jugendliche
(14–18 Jahre)
Können mehrere Perspektiven erkennen; in Phase der AblösungRückzug, Leistungsabfall, Suche nach „Ersatzfamilie“ in Peergroup, „Erwachsen wirken“Ernst nehmen, Mitentscheiden lassen, Privatsphäre + verlässliche Präsenz beider Eltern

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Häufige Reaktionen & Unterstützungsmaßnahmen

Emotionale ReaktionBeispielWichtige Unterstützung
Angst & VerunsicherungAngst verlassen zu werden, Angst vor VeränderungenGespräche & Sicherheit durch Kontakt
Schuldgefühle„Ich hätte mich besser verhalten müssen“Gespräche & Entlastung von Verantwortung
AggressionWutanfälle, Unruhe, aggressives VerhaltenBewegung, klare Grenzen ohne Vorwurf, gemeinsame Aktivität
RückzugRückzug ins Alleinsein – Wirken manchmal „tapfer“, obwohl sie stark belastet sindGespräche & emotionale Bestätigung
Körperliche SymptomeKopf- oder Bauchschmerzen, Schlaf- und EssproblemeErmunterung zu Aktivitäten, Ablenkung
Hier finden Sie Anhaltspunkte, wie Sie und Ihr Kind mit körperlichen Schmerzen richtig umgehen können: http://www.schmerzgesellschaft.de/topnavi/patienteninformationen/nuetzliche-links-und-literatur/buchempfehlungen

Was Kindern am meisten hilft

WichtigBegründung
Verlässlicher Kontakt zu beiden ElternKinder sollen weiterhin beide Eltern lieben dürfen
Kooperation statt StreitReduziert Loyalitätskonflikte
Ruhige, klare, wiederholte ErklärungenKinder brauchen Orientierung und Sicherheit
Geduld & emotionale PräsenzGefühle dürfen da sein und müssen nicht „weg“

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Matthias Würtenberger

Matthias Würtenberger

Mediator in München und Rosenheim. Ich begleite Eltern bei Trennung und Scheidung dabei, Lösungen zu finden, die auch den Kindern gerecht werden.

Mehr über mich

Falls Sie mehr über Mediation bei Trennung und Scheidung, beziehungsweise für Eltern mit Kindern erfahren wollen, weitere Artikel zum Thema können Sie hier in meinem Ratgeber lesen.

Quellen

  • Fachliteratur: Heiner Krabbe, Roger Weber: Kinder und Jugendliche im Konflikt der Eltern (Altersgruppen, typische Reaktionen, Unterstützung) · Heiner Krabbe: Belastende Gefühle von Kindern in Partnerschaftskrisen der Eltern, Perspektive Mediation 3/2009, S. 147–150
  • Informationsblatt: MediationsZentrale München (MZM): Wie Sie Ihre Kinder unterstützen können, 03/2021
  • Weiterführend (Schmerz bei Kindern): Deutsche Schmerzgesellschaft – Buchempfehlungen
  • Eigene Materialien: Scheidungsmediation, Familienmediation

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